Seite 19.Spieltag
1 : 4 Niederlage
Schalke schießt 1. FC Köln in die Krise
Der 1. FC Köln hat eine bittere Heimniederlage gegen den FC Schalke einstecken müssen.
Dabei sah es nach der frühen Führung der Kölner durch ein Tor von Lukas Podolski zunächst noch gut aus.
Am Ende waren die Kölner aber chancenlos.
Lukas Podolski (M) und die Schalker Christian Fuchs (l) sowie Julian Draxler (r) versuchen den Ball zu spielen. (Bild: dpa)
Köln - Die Fußballprofis von Schalke 04 bleiben unbeirrt auf Titelkurs. Der 4:1 (0:1)-Erfolg beim 1. FC Köln untermauerte die königsblauen Hoffnungen
auf den ersten Meistertitel seit 1958.
Ciprian Maricas erste Treffer für Schalke in der 60. und 72. Minute und der von Klaas-Jan Huntelaar verwandelte Foulelfmeter (78.) machten vor 50 000
Zuschauern im ausverkauften Kölner RheinEnergieStadion den fünften Bundesliga-«Dreier» der Huub-Stevens-Elf nacheinander perfekt. Marco Höger (82.)
erhöhte bei seiner Tor-Premiere für «Königsblau» auf 4:1.
Köln muss sich nach der dritten Niederlage in Serie wieder nach unten orientieren, obwohl Torjäger Lukas Podolski (4.) sein Team schon früh in Führung
geschossen hatte. Vor dem 1:3 sah Kölns Miso Brecko wegen einer «Notbremse» an Julian Draxler die Rote Karte.
Kölns ehemaliger Zweitliga-Meistertrainer Stevens (2004/2005) musste an alter Wirkungsstätte kräftig improvisieren, weil unter anderem Superstar Raúl,
Kapitän Benedikt Höwedes, Lewis Holtby, Jefferson Farfan und Alexander Baumjohann wegen Verletzungen und der bis 1. März gesperrte US-Nationalspieler Jermaine Jones fehlten. Marica versuchte sich zunächst mehr schlecht als recht auf Raúls Position, die der Spanier wegen einer Wadenverhärtung
nicht einnehmen konnte.
Bei den Gastgebern war der zu Wochenbeginn erkältete Torjäger Podolski auf die Minute topfit. Henrique Sereno nach Gelb-Sperre und der Kanadier
Kevin McKenna, der beim 0:1 in Wolfsburg wegen eines Magen-Darm-Infekts fehlte, kehrten in die Startformation zurück.
Die Kölner begannen fulminant. Schalkes Japaner Atsuto Uchida musste gegen Milivoje Novakovic auf der Linie klären (3.). Knapp 60 Sekunden danach
fühlte sich keiner aus dem Stevens-Team für Podolski zuständig. Diese Nachlässigkeit bestrafte der Publikumsliebling aus knapp 20 Metern mit seinem
starken linken Fuß und seinem 15. Saisontreffer gnadenlos.
Die Gäste fanden sich nur langsam besser zurecht und produzierten bei einem Doppel-Kopfball von Joel Matip und Kyriakos Papadopoulos auf das
Tornetz (16.) ihre erste Chance. Danach erhöhten die «Knappen» ihren Druck, ohne das Gehäuse von Michael Rensing zunächst ernsthaft gefährden
zu können. Im Gegenteil: Drei Minuten vor der Halbzeit stand Podolski in Nahdistanz frei vor dem gegnerischen Tor, drosch den Ball aber gut einen Meter
über die Querlatte.
Nach dem Wechsel wollte Schalke es wissen. Winter-Neuzugang Chinedu Obasi traf das Außennetz (48.), doch Torgefahr wie zuletzt beim 3:1 gegen
Stuttgart oder davor beim 5:0 gegen Bremen war noch Fehlanzeige. Dafür wurde es hektischer. Bei einem unabsichtlichen Handspiel von Papadopoulos
blieb der Elfmeterpfiff ebenso aus wie auf der anderen Seite, als Schalke-Spielführer Christoph Metzelder zu Fall kam.
Dann belohnte der Rumäne Marica das Vertrauen seines Trainers und köpfte nach einer Linksflanke von Christian Fuchs mit seinem ersten Tor für Schalke
zum Ausgleich ein. Danach ging es Schlag auf Schlag, Köln brach in der Schlussphase regelrecht in sich zusammen. (dpa)
Punkte weg, Podolski verletzt
Von Joachim Schmidt
Im Abstiegskampf angekommen und den Torgaranten für Wochen verloren, das ist wieder einmal die Realität beim 1. FC Köln. Zudem sehr bitter:
Der Fußball-Bundesligist muss mindestens drei Wochen auf Lukas Podolski verzichten.
Fällt aus: Lukas Podolski (Bild: dpa)
KÖLN. Im Abstiegskampf angekommen und den Torgaranten für Wochen verloren, das ist wieder einmal die Realität beim 1. FC Köln. Das 1:4 gegen Schalke setzte den vor drei Monaten begonnenen Negativtrend mit nur einem Sieg aus acht Spielen fort. Und nun fällt auch noch Lukas Podolski mindestens für die nächsten drei oder vier Spiele (Kaiserslautern, Hamburg, Nürnberg, Leverkusen) aus. Der im Dezember bei einem privaten Hallenfußballspiel zugezogene Teilanriss des Haltebands im linken Fuß war ohne Fremdverschulden in der zweiten Spielhälfte wieder aufgebrochen.
Fast noch mehr ärgerte den Torjäger, der bereits nach vier Minuten den FC mit seinem 15. Saisontreffer in Führung gebracht hatte, dass er kurz vor der Pause freistehend aus 13 Metern die Chance zum 2:0 vergab. "Solche Dinger muss ich rein machen. Dann hätten wir auch gewonnen", meinte der phasenweise stark aufspielende Stürmer. Weitere Kritik richtete sich gegen alle Mannschaftsbereiche und wurde auch von FC-Trainer Stale Solbakken geteilt, der sich selbst mit einschloss. "Ich muss mich fragen, ob ich mit meinen Wechseln Fehler gemacht habe? Und dann muss ich sagen: Zumindest waren sie kein großer Erfolg."
In der Tat ging es nach dem Umbau der Abwehr in der 69. Minute bergab mit den Kölnern. Zunächst hatte Ciprian Marica nach einer Stunde Spielzeit eine Fuchs-Flanke zwischen Kevin McKenna und Pedro Geromel positioniert eingeköpft. Davor (56.) und danach (67. und 68.) ergaben sich noch Chancen für den FC, die vergeben wurden und Solbakken verzweifeln ließen: "Die müssen meine Spieler schon nutzen. Ich kann sie nicht selbst reinschießen." Weil die Partie auf des Messers Schneide stand, wollte der Norweger die eigene Konterstärke erhöhen. Doch der Versuch ging nach hinten los.
Denn der als Rechtsverteidiger solide Henrique Sereno verlor für den ausgewechselten Kevin McKenna in der Innenverteidigung den Überblick und steckte Nebenmann Pedro Geromel an. Statt wie besprochen Körperkontakt zu den Schalkern zu halten, ließ er Klaas Jan Huntelaar nach einer Obasi-Flanke an den Pfosten köpfen, den abspringenden Ball netzte Marica vor Geromel mühelos zum 2:1 (72.) ein. Fünf Minuten später foulte der für McKenna eingewechselte Miso Brecko als letzter Mann Julian Draxler: Rot für den Slowenen, Strafstoß für die Gäste, den Huntelaar zum 3:1 nutzte. Den Schlusspunkt zum 4:1 setzte der gebürtige Kölner Marco Höger. Während die Königsblauen ihre sechs Großchancen vier Mal verwerteten, sprang beim FC aus ebenso vielen Möglichkeiten nur ein Tor heraus. Pech? Unvermögen? Auffällig auch andere Unzulänglichkeiten: Die Stürmer arbeiteten kaum nach hinten. Im Mittelfeld zeigte nur Slawomir Peszko Offensivqualitäten. Der Spielaufbau geriet zur Glücksache. Die Außen ließen eine Vielzahl von Flanken zu, die die lange sicher stehende Innenverteidigung nach dem Spielertausch völlig überforderte. "Die Tabelle lügt nicht! Jetzt sind wir nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt, auf dem die Kaiserslauterner stehen, zu denen wir am nächsten Sonntag müssen", stellte Stale Solbakken fest.
| Einzelkritik | |
| Michael Rensing | 3 |
| Henrique Sereno | 5 |
| Miso Brecko | 5- |
| Kevin McKenna | 4 |
| Pedro Geromel | 5 |
| Christian Eichner | 4- |
| Sascha Riether | 4- |
| Mato Jajalo | 5 |
| Christian Clemens | 4 |
| Slawomir Peszko | 3- |
| Lukas Podolski | 2- |
| Milivoje Novakovic | 5 |
| Odise Roshi | 5 |
(Quelle: Kölnische Rundschau vom 30.01.2012)
Spielstand 29.01.2012
| Rang | VR | Emblem | Verein | Sp | S | U | N | T | TD | P | Quali |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | (1) | ![]() | Bayern München | 19 | 13 | 1 | 5 | 46:13 | +33 | 40 | CL |
| 2 | (2) | ![]() | Borussia Dortmund (M) | 19 | 12 | 4 | 3 | 43:14 | +29 | 40 | CL |
| 3 | (3) | ![]() | FC Schalke 04 (P) | 19 | 13 | 1 | 5 | 45:24 | +21 | 40 | CL |
| 4 | (4) | ![]() | Borussia Mönchengladbach | 19 | 12 | 3 | 4 | 31:12 | +19 | 39 | CLQ |
| 5 | (5) | ![]() | Werder Bremen | 19 | 9 | 4 | 6 | 31:32 | -1 | 31 | EL |
| 6 | (6) | ![]() | Bayer 04 Leverkusen | 19 | 8 | 6 | 5 | 26:25 | +1 | 30 | ELQ |
| 7 | (7) | ![]() | Hannover 96 | 19 | 6 | 9 | 4 | 21:24 | -3 | 27 | |
| 8 | (8) | ![]() | 1899 Hoffenheim | 19 | 6 | 5 | 8 | 20:22 | -2 | 23 | |
| 9 | (9) | ![]() | VfL Wolfsburg | 19 | 7 | 2 | 10 | 24:36 | -12 | 23 | |
| 10 | (10) | ![]() | VfB Stuttgart | 19 | 6 | 4 | 9 | 24:26 | -2 | 22 | |
| 11 | (14) | ![]() | Hamburger SV | 19 | 5 | 7 | 7 | 24:33 | -9 | 22 | |
| 12 | (15) | ![]() | FSV Mainz 05 | 19 | 5 | 6 | 8 | 27:33 | -6 | 21 | |
| 13 | (12) | ![]() | 1. FC Nürnberg | 19 | 6 | 3 | 10 | 19:29 | -10 | 21 | |
| 14 | (11) | ![]() | 1. FC Köln | 19 | 6 | 3 | 10 | 28:40 | -12 | 21 | |
| 15 | (13) | ![]() | Hertha BSC Berlin (N) | 19 | 4 | 8 | 7 | 25:30 | -5 | 20 | |
| 16 | (16) | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 19 | 3 | 9 | 7 | 15:23 | -8 | 18 | Ab-Rel |
| 17 | (18) | ![]() | FC Augsburg (N) | 19 | 3 | 7 | 9 | 17:31 | -14 | 16 | Ab |
| 18 | (17) | ![]() | SC Freiburg | 19 | 4 | 4 | 11 | 23:42 | -19 | 16 | Ab |
| Termin | Begegnung | Ergebnis | Informationen |
|---|---|---|---|
| Fr., 03.02., 20:30 h | 1. FC Nürnberg gegen: Borussia Dortmund | -:- | Historie |
| Sa., 04.02., 15:30 h | 1899 Hoffenheim gegen: FC Augsburg | -:- | Historie |
| Sa., 04.02., 15:30 h | VfL Wolfsburg gegen: Borussia Mönchengladbach | -:- | Historie |
| Sa., 04.02., 15:30 h | Bayer 04 Leverkusen gegen: VfB Stuttgart | -:- | Historie |
| Sa., 04.02., 15:30 h | FC Schalke 04 gegen: FSV Mainz 05 | -:- | Historie |
| Sa., 04.02., 15:30 h | Hertha BSC Berlin gegen: Hannover 96 | -:- | Historie |
| Sa., 04.02., 18:30 h | Hamburger SV gegen: Bayern München | -:- | Historie |
| So., 05.02., 15:30 h | SC Freiburg gegen: Werder Bremen | -:- | Historie |
| So., 05.02., 17:30 h | 1. FC Kaiserslautern gegen: 1. FC Köln | -:- | Historie |